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Die
Geschichte der Norwegischen Waldkatze
Es war einmal….. Auch die Geschichte der Norwegischen
Waldkatze beginnt in einer längst versunkenen Zeit, als die
Welt noch von Göttern regiert wurde. Eine Sage erzählt, dass
der wegen seiner ungeheuren Stärke gefürchtete Gott Thor auf
seiner Reise nach Jotunheimen einer Katze begegnete, die so
gross war, dass selbst er es nicht schaffte, sie
hochzuheben. Auch seine Mutter Freya, Gemahlin des
Göttervaters Wodan, bespannte ihren goldenen Himmelswagen
für die allnächtliche Ausfahrt ebenfalls mit zwei Katzen.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die
Norwegische Waldkatze nicht mit der Europäischen Wildkatze
verwandt ist. Fellqualität und Typ unterscheiden sich
deutlich voneinander. Wahrscheinlich ist, dass etwa im 5.
Jahrhundert n.Chr., nach dem Tode Königs Attilas und dem
Zerfall des Hunnenreiches, einige Stämme von Mittel- und
Osteuropa nach Skandinavien zogen. Mit ihnen kamen die
Katzen, die als Mäuse- und Rattenfänger auf ihren Schiffen
gehalten wurden. An Land entwich doch er eine oder andere
begabte Jäger und zog sich in die Wildnis zurück. Eine echte
Überlebenschance hatten nur die Tiere, die es schafften,
sich an das raue Klima Skandinaviens anzupassen. Die Katze
musste sowohl gegen klirrende Kälte, als auch gegen
durchdringende Nässe geschützt sein. Das Fell durfte nicht
verfilzen und sie nicht behindern. Sie sollte sich im tiefen
Schnee genauso gut bewegen können, wie auf kargen Felsen.
Durch die strenge Auslese bekam sie ihren typischen
Waldkatzenpelz. Die leichte, dichte Unterwolle gibt
zuverlässig warm, während das glatte, leicht fettige, schwer
abfallende Deckhaar wasserabstossend wie eine Ölhaut wirkt
und keine Nässe an die Haut lässt. Im Frühling, wenn sich
die dichte Unterwolle löst, können sich vor allem am Bauch,
an den Knickerbockern und in den Achseln kleine Knötchen
bilden. An den Pfoten entwickelten sich die Schneeschuhe,
lange, kräftige Haarbüschel zwischen den Zehen, die sowohl
das Einsinken im Schnee verhindern, als auch den Fussballen
Schutz bieten sollen.
Die Domestikation hatte leider auch eine Vermischung mit den
kurzhaarigen Hauskatzen zur Folge. Mit der Zeit verschwand
der typische Waldkatzenpelz. Eine Gruppe norwegischer
Züchter begann Anfang der 30er Jahre eine planmässige Zucht.
1972 wurde die Waldkatze von den norwegischen Vereinen als
eigenständige Rasse akzeptiert und erhielt einen vorläufigen
Standard unter der Bezeichnung „Norsk Skogatt“.
Edel Runas, eine der ersten Waldkatzen-Züchterinnen,
startete einen Aufruf an die Besitzer von Norwegischen
Waldkatzen, die Tiere auf ihre Zuchttauglichkeit hin zu
prüfen, um so die
Rasse durch ein Zuchtprogramm retten zu können. Im Februar
1974 verpaarte man Pippa Skogpus mit Pan’s Truls. Am 17.
April wurden Pjewiks Forest Troll und Pjewiks Forest Nisse
geboren. Zum zweiten und zugleich letzten Mal verpaarte man
Truls anfangs 75 mit Pan’s Trulte. Der aus diesem Wurf
stammende schwarz-weisse Pan’s Silver konnte dagegen auf
über zehn Würfe zurückblicken.
1975 wurde unter dem Patronat des NRR (Norske
Rasekattklubbers Riksforbund) eine eigene
Interessengemeinschaft, nämlich der „Norks Skogkattring“
gegründet. 1977 gab es in Norwegen etwa 150 registrierte
Waldkatzen.
Im November 1977 reiste Carl-Frederick Nordane mit Fotos von
Norwegischen Waldkatzen an die Generalversammlung der FIFe
nach Paris, um die internationale Anerkennung der
Norwegischen Waldkatze zu erreichen. Und es klappte. Pan’s
Truls war die erste Norwegische Waldkatze mit vollem
Zertifikatstatus, unter der Standardnummer NF. Die
Norwegische Waldkatze war als eigenständige Rasse anerkannt!
Exportiert wurden aber nur Katzen ab der 4. Generation. Erst
ab 1981 durften Jungtiere ab der 2. Generation exportiert
werden, mussten aber vorher vom Zuchtausschuss beurteilt
werden.
Quellenangabe: Norwegische Waldkatzen – Tanja Erhardt |